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Griedels Karnevalisten boten Narrenschau vom Feinsten

Vor ausverkauftem Haus wurde am Samstagabend in „Gräilau“ mit einem gefeierten und hochklassigen närrischen Bühnenprogramm die heimische Saalfastnacht eröffnet – das „kleine Mainz bleibt Mainz“ präsentierte sich erneut sehr stark. Die Schar der kunterbunt kostümierten Närrinnen und Narrhallesen im Saal des Bürgerhaus Griedel stand da nicht nach – beste Stimmung herrschte an den Tischen und es wurde geschunkelt, gelacht, gesungen. Gott Jokus hatte wahrlich wieder viel Spaß an der Freud bei der 1. KVG-Kostümsitzung im 66. Jubiläumsjahr, die am kommenden Samstag ein weiteres Mal begeistern wird. Mit gleich zwei Kinder- bzw. Jugend-Prinzenpaaren zu den beiden erwachsenen Tollitäten präsentieren die KVG-Narren zudem eine weitere attraktive Besonderheit in der diesjährigen Kampagne.

Marco Kopf, der allseits beliebte Star in der mitternächtlichen Bütt und KVG-Sitzungspräsident, begrüßte seine Gäste und vergaß nicht, allen guten Geistern rund um das muntere Geschehen zu danken wie den Requisiteuren, den Garderobefrauen, der Maske, der Technik und allen fleißigen Händen, ohne die dieser vergnügliche Abend nicht möglich sei. Natürlich mit den von ihm gewohnt lockeren Texten und als Karnevalist mit Leib und Seele sah man ihn zu später Stunde als Aktivposten auch auf der Bühne.

Szenenapplaus immer wieder für das Bühnentreiben und stehende Ovationen in der herrlich geschmückten Narrhalla mit neuem Bühnenbild und neuer Narrenkappe als KVG-Symbol ließen keine Sekunde Langeweile aufkommen beim fast fünfstündigen närrischen Vergnügen in bester Tradition der klassischen Fastnacht voller Rasanz und Klasse.

Die Redebeiträge in all ihrer neu konstituierten Vielfalt nahmen wie das übrige Programm nach der Prinzenpaar-Inthronisation immer mehr Tempo auf – einfach gut, was mit und ohne KVG-Bütt vorgetragen wurde. Die personell perfekt besetzte KVG-Gesangs- und Comedytruppe „Gräiler Krakeeler“  war einmal mehr live der humorvoll-musikalische „Gute Laune-Kracher“ und was wieder an Tanzgruppen präsentiert wurde, war bemerkenswert und ausnahmslos eine wahre Pracht. Ob Kinder, junge Damen oder die Herren der Schöpfung – das Publikum sah exzellente, frische Choreografien mit schmissigen Melodien und herrlichen neuen Kostümen – das war ohne Pathos eine karnevalistische Inszenierung der Spitzenklasse und das Publikum der zweiten Sitzung darf sich auf einen gelungenen Abend voller leichter Kost in Griedels Narrhalla freuen.

Der Elferrat  hatte  Platz genommen und schon stürmten fesche Cheerleader und American Footballspieler auf die Showbühne und klasse, was hier von den KVG-Minidancers unter Leitung von Daniela Schindler und Julia Hafer präsentiert wurde – welch ein schwungvoller farbenfroher Auftakt im Jubel der Besucher.

Nach seiner „Babypause“ im letzten Jahr wieder als „Eisbrecher“ auf der Bühne: Oliver Löhr mit seiner närrisch-literarischen Abrechnung zur lokalen wie deutschen Politik, zu örtlichen Ereignissen und eigenen Erlebnissen in der Sauna oder Fitnesswelt. Was es mit der EU-Verordnung zu goldgelben Pommes, zu kauaktiven Bananen oder der möglichen Saugverwirrung bei Baby-Fläschchen auf sich hat – der alltägliche Wahnsinn wurde locker und mit bissigem Humor erklärt. „Unser tolles männliches Prinzenpaar 2017 war der Durchbruch zur bundesweiten Entscheidung aus Berlin zur Ehe für Alle“, so eine seiner positiven Feststellungen.

Musikus Uwe Röhrig und die hochkarätig besetzte „Wiking-Band“ sorgten hier, aber selbstverständlich vor wie nach der Show nicht nur für Stimmung, Schunkelrunden und flotte Tanzmusik, man begleitete traditionell die Aktiven auch perfekt durch die Programmfolge. Der legendäre Mainzer Narrhalla-Marsch ertönte und angeführt von der Garde und großem, ständigem Hofstaat zogen die drei diesjährigen KVG-Prinzenpaare in den Saalbau ein – immer wieder Gänsehaut pur bei solch überwältigenden Momenten und schon wieder eine riesige Überraschung für die Narrhallesen.

Den KVG regieren Prinz Eric I. und Prinzessin Daniela I. (Eric und Daniela Schindler) und grüßten als Tollitäten der diesjährigen Kampagne, flankiert von erstmals zwei moderat aufgeweckten KVG-Kinderprinzenpaaren mit Jugendprinz Benedikt I. (Schindler) und der lieblichen Jugendprinzessin Lisa-Sophie I. (Gilbert) sowie Kinderprinz Jonas I. (Schindler) samt Kinderprinzessin Marie I. (Hadwiger) – einsame Spitze die Ansprachen der jungen Tollitäten, da tobte der Saal.

Eine Grußadresse überbrachte das attraktive Prinzenpaar samt Hofstaat von den „Rosbacher Hasenspringern“ zum Jubiläumsjahr des KV Griedel – schön anzusehen.

Gemeinsam gesungen erklang „…wenn der Prinz sein Zepter schwingt“ – es brachen alle gefühlsmäßigen Dämme und Griedels Ruf einer „Saalfastnacht zum Anfassen“ wurde wahr.

In das Programm zurück führten die beiden KVG-Tanzmariechen Sarah Marie Gilbert und Mavie Hofmann mit ihrem gefeierten, grandiosen Tanz – perfekt aufgeführt und einstudiert von Daniela Schindler.

Michael Engelmann als von Apps und so genannten sozialen Medien gesteuerter junger Mann mit entsprechend geprägten  Lebensansichten: „Was wollen mir Eltern und Lehrer noch beibringen – bei Check 24 erfahre ich doch alles Wichtige und wenn ich Geld brauche, bekomme ich es über das Internet fast geschenkt!“, blieb nicht ohne Gegenrede. Wolfgang Krüger hielt tüchtig dagegen, um dem Heißsporn den Blick in das reelle Leben zu ermöglichen – eine interessante verbale Auseinandersetzung mit Witz und Verstand.

Die große KVG-Garde mit ihren Künsten auf der Bühne ist stets ein tänzerischer Hochgenuss der klassischen Fastnacht und erwartungsgemäß begeisterte die starke Damentruppe mit Marina Fiala und Daniela Schindler als Coaches das Auditorium auch 2018 mit einer überzeugend attraktiven Darbietung und Riesenapplaus als Belohnung für monatelanges Training.

Ein Puppenspieler mit Schiebermütze und Hosenträgern, junge Damen in gepunkteten Kleidern – man war in den sechziger Jahren. Sandy Shaw sang „Puppets on the string“ und die Formation „Expressions“ hatte sich zu diesem Thema eine originelle Choreografie ausgedacht. Mit Tempo und akrobatischen Tanzelementen lieferten sie ihrem Publikum einen ausdrucksstarken, rasanten Showtanz. Was die jungen Damen und Puppenspieler Benjamin Schindler mit Irina Eckhart und Melanie Mattheiß einstudiert und so erfolgreich aufgeführt hatten, war einfach klasse.

Zwei Auftritte plus Finale am Abend – da ist viel Kreativität gefragt. Doch mit der

blendend aufgelegten Renate Bender als Frontfrau der Gesangs- und Comedytruppe

„Grailer Krakeeler“ war das kein Problem. Das frenetisch gefeierte Duo Maite Kelly & Roland Kaiser (Rainer Gondolf und Renate Bender), Otto Waalkes, Clubb 3, Peter Schillings „Völlig losgelöst“ und viele mehr – besser geht es nicht. Bei all den neuen Hits wie Evergreens stand der Saal bei dieser Gruppe, die schon als „Frägsenet“ die KVG-Bühne einst erzittern lies, ab dem ersten Lied auf Tischen und Stühlen. Als Stimmungsgaranten der Extraklasse verwandelte die Truppe mit Comedy und Livegesang die Griedeler Narrhalla in eine tobende Arena bis hin zur „Schwarzen Natascha“ und dem Pizzalied.

Constantin Jantos ist ein Verfechter der literarischen Fassenacht und ganz in diesem Sinn lud er ein zu einem hessischen Integrationskurs. In seine humorvollen Erklärungen hessischer Urbegriffe integrierte er gekonnt kleine Abstecher in Richtung Politik und Gesellschaft.

Rund um Kochtöpfe, gerippte Gläser, Blähungen und Schnippelchen ging es und natürlich blieben Elferrat wie der Sitzungspräsident nicht verschont. Doch wer Marco Kopf kennt – die Retoure kam prompt bei diesem herrlichen Spitzenvortrag aus der Bütt.

„Ich wäre so gerne bei der Feuerwehr…!“ – eifrige Brandschützer bei der Katzenrettung von einem Baum. Mit Leiter, Löschschlauch zum Seilspringen und Einsatzkleidung hatten die „Captains“ die Bühne erobert und zogen mit einem wahnsinnigen Tempo alle Register eines begeisternden Showtanzes. Ein hervorragender Auftritt der agilen heimischen Männertanztruppe, die von Daniela Schindler trainiert perfekt das Stimmungsbarometer weiter in die Höhe trieben und reichlich Beifall mitnahmen.

Steffen Ritter gab sich in seinem Solo als tollpatschiger Junggeselle beim Kelloggs-Frühstück. Die kleinen Katastrophen in einer Slapstick-Darbietung mit Milch und ohne Worte – irgendwie gut und das Publikum honorierte die Leistung tüchtig.

Einen wirklich guten Kumpel zum Freund zu haben – Marco Kopf in schottisch-kariertem Outfit wusste davon in seinem Vortrag vor Mitternacht zu berichten.

Was er mit Kumpel Horst in Verein, Ehe und sonstigen Lebenssituationen sündhaft, Promille angereichert oder nüchtern erlebte – dem Publikum gefiel das „locker vom Hocker“ geschilderte Vergnügen ganz hervorragend zu später Stunde. Wenn sich der Saal bereits im Feiermodus befindet, gelingt es Marco auf unvergleichliche Weise, sein Publikum zu fesseln und mit humorvollen Geschichten Lachsalven am laufenden Band zu produzieren – der Applaus war ihm sicher.

Einfach nur schick die Kostüme, feuerrot die Haare und exzellent der Showtanz der personell erweiterten Garde. Als Harlekine präsentierten sich die Damen der Gruppe „United Dancer“

und es war große Tanzkunst voll Elan und Ausdruck angesagt mit mitreißender Musik und

einer ausgefeilten Choreografie mit vielen Überraschungen und akrobatischen Elementen. Die „United Dancer“- das tänzerische Glanzlicht vor dem großen Finale. Mit Marina Fiala und Daniela Schindler als Trainerinnen und unendlich vielen Übungsstunden gelang erneut das Meisterstück des Showtanzes und erhielt den verdient riesigen Applaus.

Eine kunterbunte Clownstruppe – die „Gräiler Krakeeler“ leiteten das Finale ein. Die Interpreten der Truppe lagen mit ihrer Titelauswahl voll auf der Welle der musikalischen Hochstimmung – der KVG-Narrenexpress rollte jetzt auf Hochtouren im Beifall des Auditoriums, dass es längst nicht mehr auf den Stühlen hielt und das kräftig mitsang.

Nach all den Highlights der karnevalistischen Unterhaltung füllte sich die Bühne mit allen Mitwirkenden – hunderte Luftballons schwebten im Saal hernieder auf die Narrenschar und mit Stimmungsliedern non stopp verabschiedeten sich die KVG-Aktiven mit ihren Tollitäten und überließen der „Wiking Band“ das Tanzparkett und den Gästen die Sektbar, in der auch tüchtig die Abordnungen der befreundeten Karnevalsvereine aus Nieder Weisel, Pohl Göns und von Sankt Gottfried sowie aus der Region den schönen Abend mitfeierten.

Im Resümee eine hochklassige Leistung der Karnevalisten aus Griedel und ein gelungener Jubiläums-Abend, bewusst ausschließlich mit KVG eigenen Interpreten, der vor wie hinter den Kulissen dank vieler Helfer perfekt verlief.

Sitzungspräsident Julian Welcker von der KG Narrenzunft Nieder Weisel hielt bei der Sitzung des KV Griedel am Samstag eine hervorragende Laudatio auf den Jubiläumsverein in seinem 6 x 11ten Jahr. Er lobte das hier jedes Jahr exzellent gebotene Programm mit hohem kulturellem wie unterhaltsamen Wert und hob die bemerkenswerte Jugendarbeit in der KVG hervor. Gleichzeitig betonte er die Verantwortung aller Butzbacher Karnevalsvereine, für den Erhalt der heimischen Sitzungsfastnacht Jahr für Jahr neu mit vollem Einsatz weiter einzutreten.

Hartmut Preuss